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Kurbelbruch
Der anfänglich erwähnte Formenfluss von Kurbeln und Kurbelsternen macht die Kurbeln nicht nur ästhetischer, sondern mit einem zunehmend flächigeren Design auch bruchsicherer. Ältere Garnituren besaßen manchmal Nuten oder sonstige, vornehmlich aus Gewichtsgründen erfolgte Ausnehmungen. Verglichen mit gegenwärtigen Kurbelgarnituren kam es daher öfters zum Bruch. Im Zuge der Leichtbauwelle wird in dieser Hinsicht erneut gesündigt: Amerikanische Hersteller schlagen nicht selten sämtliche Maschinenbau-Gesetzmäßigkeiten buchstäblich in den Wind. Zwei Beispiele: 1. Die Kurbeln werden aus Alu-Blechen gefräst, damit verläuft die Faserrichtung (Sprengkräfte an Vierkant- und Pedalauge) ungünstiger als bei geschmiedeten Kurbeln. 2. Kurbeln unterliegen außer den Biegebelastungen durch das seitlich abstehende Pedal auch Torsionskräften; und die wirken überwiegend an der Kurbel-Oberfläche. Ausgefräste Nuten im Zuge einer Gewichtserleichterung bedingen, dass die Torsionskräfte hier sozusagen "abtauchen" müssen. Näher zur Materialmitte hin setzt der Werkstoff nun aber den Torsionskräften weniger Widerstand entgegen. Es kommt zu bruchgefährdeten Kanten. Zu bedenken ist ferner, dass die Kurbeln langjährig gefahren werden, das heißt einer extremen Dauerbeanspruchung unterliegen. Daher benötigen die Kurbeln gewisse Reserven gegen Materialermüdung und Korrosionseinflüsse. Andererseits hat es sich gezeigt, dass gerade die massigen Kurbeln bei Pedalaufsetzern oder "Feindberührung" (Baumstumpf, Spurrillenkante) nicht genügend federn können - durch elastisches Nachgeben also dem Stoß die Wucht nehmen. Sie brechen daher schneller als die schlankeren Konkurrentinnen. Bevorzugen Sie daher den goldenen Mittelweg, sprich schlanke, aber nicht ausgefräste oder ausgebohrte Kurbeln.
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