Geschichte des Fahrrades

Das Fahrrad von heute, ob es nun ein Mountainbike, City-Rad oder Liegerad ist, hat einen langen Entstehungsweg hinter sich.
Er begann 1817 als Karl von Drais in Mannheim eine Laufmaschine erfand, um sich schneller als zu Fuß fortbewegen zu können. Diese Laufmaschine, eine so genannte Draisine, war eine einfache Konstruktion aus zwei Holzrädern, die mit einer Holstange verbunden waren. Auf dem Holzrahmen befand sich ein Sattel und an dem vorderen Teil der Holzstange ein Lenker. Das vorankommen mit der Draisine wurde durch abwechselndes Abstoßen mit den Füßen am Boden bewältigt. Es war der Grundstein gelegt, dass zwei Räder genügen, um sich fortzubewegen und eine Basis, um die Balance zu halten, den Lenker. Karl von Drais erreichte mit der Draisine eine Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde, ein Fußgänger erreicht fünf. Diese Entwicklungsschritte dauerten bis 1820 an.

Der nächste Fortschritt des Fahrrades kam erst 1866, also fast ein halbes Jahrhundert später. Was zu diesem langen Leerlauf der Entwicklung geführt hat, ist nicht bekannt. Man nimmt an, dass die Menschen erst das Gefühl von Balance mit der neuen Errungenschaft, den Rollschuhen, erlernten. Im Jahre 1866 wurde von Philipp Moritz Fischer für das Vorderrad der Draisine eine Tretkurbel mit Pedalen erfunden. Dies war die Geburtsstunde des Pedalveloziped.
Als dann 1869 die Gebrüder Oliver und Pierre Mideaux die erste Fahrradfabrik eröffneten, konnten 200 Pedalvelozipede am Tag gebaut werden. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Preußen erkannten nun auch die Engländer den Vorteil dieses Fahrrades.
Den rennsportbegeisterten Engländern war das Pedalveloziped noch zu langsam und der Kraftaufwand zu hoch, denn bei dem Pedalveloziped galt die Regel: ein Tritt in die Pedale ergibt eine Umdrehung des Rades. Um dieses Problem zu beheben, vergrößerten sie das Vorderrad, um mit einem Tritt mehrere Umdrehungen zu erreichen. Das Hochrad entstand. Die neuen Errungenschaften im Bereich des Metalls machten dies möglich. Aus der Vergrößerung des Vorderrades ergab sich nun die Verkleinerung des Hinterrads. So konnte auch ein leichter Aufstieg auf das Fahrrad ermöglicht werden. Um das neuartige Fahrrad zu benutzen, brauchte man ein gutes Geschick, was die Balance angeht. Dennoch waren Stürze unvermeidbar und aus einer Höhe von 1,50 m manchmal auch Recht schmerzhaft. Es musste eine Lösung gefunden werden, um schnell und sicher zu fahren.

Das Fahrrad wie wir es heute kennen entstand ab 1885 als Niederrad, als die Kraft durch das Antreten der Pedale mithilfe einer Kette auf das Hinterrad gelenkt wurde. Dennoch gab es Dinge, die das Fahrradfahren erschwerten. Zu diesen Dingen gehörte der vermutlich schlechte Straßenbelag, also versuchte man das Fahrrad zu federn. Dieses Problem löste sich auch, als 1888 die Luftreifen das Fahrrad für jeden Straßenbelag tauglich machten. Anno 1887 wurde das Fahrrad patentiert.

Zu Beginn der Neunzigerjahre bekam das Niederrad auch den Diamantrahmen, welchen wir heute noch kennen. Die Freilaufnabe wurde auch schon 1869 erfunden, hatte ihren Durchbruch aber erst im Jahre 1900.

Das Fahrrad ist die meistgebaute Maschine der Welt mit einer Milliarde Exemplaren.

 

Draisine
Draisine

Hochrad
Hochrad

Niederrad
Niederrad

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